Kantonale Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit


Viele einheimische Wildtiere pflanzen sich in den Frühlingsmonaten fort. Während dieser «Brut- und Setzzeit» werden Hundehaltende in einigen Kantonen dazu verpflichtet, ihre Hunde im Wald an der Leine zu führen. Wir bitten alle Hundehaltende dafür zu sorgen, dass ihre Hunde die Wildtiere weder stören noch jagen – unabhängig davon, ob in ihrem Kanton eine entsprechende Leinenpflicht besteht.


Text: Nora Flückiger



Jeder Kanton setzt die Leinenpflicht für die Brut- und Setzzeit selber fest

Die generelle Leinenpflicht ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich ausgestaltet. In den Frühlingsmonaten, in denen viele Wildtiere setzen und brüten, sehen manche Kantone zum Schutz des Wildes strenge Vorschriften für das Ausführen von Hunden im Wald vor. Da jeder Kanton über eine eigenständige Regelung betreffend Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit verfügt, kann das Auffinden der relevanten Vorschriften mit Schwierigkeiten verbunden sein. Entsprechende Regelungen finden sich nämlich – je nach Kanton – sowohl in kantonalen Jagd- und Hundegesetzen, als auch in den dazugehörigen Verordnungen. Einen Überblick über die hunderelevanten Bestimmungen der verschiedenen Kantone finden Sie hier.

Im Folgenden erläutern wir gerne einige Beispiele:

Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Solothurn, Luzern

So beispielsweise müssen in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Solothurn und seit 2014 auch in Luzern Hunde vom 1. April bis zum 31. Juli in Wäldern und Waldrändern an der Leine geführt werden.

Kantone Neuenburg, Genf & Schaffhausen

Während in den Neuenburger-Wäldern Hunde vom 15. April bis zum 30. Juni an der Leine geführt werden müssen, gilt entsprechende Pflicht in Genf vom 1. April bis zum 15. Juli.Auch die Schaffhauser Hundegesetzgebung sieht während der Bruz- und Setzzeit eine Leinenpflicht im Wald und in dessen unmittelbarer Nähe vor.

Kantone Glarus, Ob- & Nidwalden

In Glarus hingegen besteht sogar eine ganzjährige Leinenpflicht in den Wäldern und am Waldrand, von der Jagd- und Gebrauchshunde allerdings ausgenommen sind. In Ob- und Nidwalden gilt in den Wildruhgebieten vom 1. bzw. 15. Dezember bis zum 30. April eine generelle Leinenpflicht, die sich in manchen Gebieten bis in die Sommermonate erstreckt. In Nidwalden sind die Hunde in den Wildruhgebieten Lauelenegg-Nätschen, Arven-Schelgisee und Scheidegg bis am 15. Juni und in Obwalden in Schlierengrat, Nüwenalpwald, Schattenberg, Rosalp/Gerlisalp/Gemsgrube, Bärengraben, Teurimatt und Ross-/Dälenboden bis am 15. Juli an der Leine zu führen.

Kanton Zürich

Keine generelle, sondern eine auf einzelne ausgeschilderte Gebiete beschränkte Leinenpflicht kennt auch der Kanton Zürich. Hier gilt zudem, dass Hunde in Wäldern und Waldrändern sowie bei Dunkelheit im Freien in Sichtweite auf kurzer Distanz zu halten sind und jederzeit abrufbar sein müssen.

Gibt es Vorschriften in Bezug auf die Leine?

Da die Gesetze auf das Wohl der Wildtiere ausgerichtet sind, spielt die Länge oder Art der Leine keine Rolle. Auch die Verwendung einer langen Schlepp- oder Flexileine ist zulässig, solange der Hundehalter diese festhält und den Hund damit kontrollieren kann. Auf diese Art und Weise kann den Hunden trotz Leinenpflicht ein gewisser Bewegungsfreiraum gewährt werden.

Wichtig: Lange Leinen (Bsp. Schlepp- oder Flexileinen) sollten aus gesundheitlichen Gründen nur an einem gut sitzenden Brustgeschirr und niemals an einem Halsband befestigt werden.

Weitere Informationen

Erfahren Sie mehr zum Thema Brut- und Setzzeit im Fachbeitrag von hundeherz.ch:

hundeherz

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Quelle: hundeherz.ch
© Dieser Beitrag wurde geschrieben von Nora Flückiger von der Stiftung für das Tier im Recht (TIR).