Baden, bürsten, trimmen - Alles picobello

«Ein gepflegter Hund ist ein schönerer Hund», lautet eine Redewendung. Ergänzend lässt sich hinzufügen, dass ein gepflegter Hund in der Regel auch ein gesünderer Hund ist. Nun, nicht all unsere Fellnasen brauchen dieselbe Pflege. Mit ein wenig Geschick, Wissen und der richtigen Ausrüstung lässt sich vieles selber machen. Wer keine Zeit und Geduld dazu aufbringt, dem sei ein ausgebildeter Hundecoiffeur empfohlen.


Text: Melanie Wundersee

Alles Picobello

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So unterschiedlich unsere Hunde aussehen, so unterschiedlich ist auch ihr Fell und die damit verbundene Pflege. Die verschiedenen Felltypen lassen sich in Unterwollfell, Trimmfell, Schneidefell und Kurzhaar unterteilen.

Das Fell der Hunde, die zur Kategorie Unterwollhunde gehören, besteht genauer gesagt aus zwei Haartypen. Zum einen aus der Unterwolle, zum anderem aus dem Deckhaar. Die Unterwolle ist etwas weicher, leicht gelockt und liegt unter dem Deckhaar. Sie dient als Isolationsschicht, es schützt vor Kälte und Hitze. Das darüber liegende Deckhaar dient als Schutzmantel vor Regen, Wind und Sonneneinstrahlung. Aus diesem Grund sollten Unterwollhunde, die noch ein funktionsfähiges und gutes Fell haben, nicht abgeschoren werden, da ansonsten die Schutzfunktion des Deckhaars verloren geht. Idealerweise «cardet» man diese Hunde nur, wie es in der Fachsprache heisst. Das bedeutet, es wird die lose und tote Unterwolle weggebürstet. Dabei wird jedoch niemals die komplette Unterwolle entfernt, sondern lediglich loses Haar, welches früher oder später sowieso auf dem Teppich oder dem Sofa landen würde. Nach der Behandlung ist deutlich spürbar, wie leicht und durchlässig das Fell wieder ist und wie die Haut wieder «Luft» bekommt. Zu den Unterwollhunden gehört zum Beispiel der Border Collie.

Ein anderer Felltyp ist der Trimmhund. Sein Fell ist rauer und wirkt oft strubbelig, wenn es ungetrimmt bleibt. Er benötigt eine besondere Pflege, denn sein Fell ist so aufgebaut, dass das Deckhaar nach und nach «abstirbt» und bereits neues, lebendiges Haar nachwächst. Bei Trimmhunden wird nur mit den Fingern oder mithilfe eines Trimmsteins oder Trimmmessers das tote Haar herausgezupft. Dies klingt etwas unangenehm, schmerzt aber überhaupt nicht, da das tote Haar nur noch ganz leicht in der Haut verankert ist und nicht mehr richtig versorgt wird. Im Gegenteil – das tote Haar juckt den Hund. Schlimmstenfalls führt ein ungetrimmtes Fell zu Hautekzemen. Trimmhunde sollten niemals abgeschoren werden, da sonst nur das Haar gekürzt wird, aber das tote Fell ja noch in der Haut steckt. Zu den Trimmhunden gehört zum Beispiel der Schnauzer.

Dann spricht man von Hunden mit Schneidefell. Ihr Fell ähnelt unseren Haaren, d. h. es wächst stetig nach. Hunde mit Schneidefell müssen regelmässig gebürstet und frisiert werden, damit ihr Fell nicht verfilzt. Beim Bürsten ist darauf zu achten, nicht nur oberfl ächlich und nur am Rücken zu bürsten, sondern das Fell strähnenweise sanft bis zur Haut runter durchzubürsten – auch an Stellen, wo’s der Hund nicht so mag. Natürlich muss das sehr sanft und mit wenig Druck vonstattengehen, damit die Haut nicht verletzt wird. Zu den Schneidefellrassen gehört zum Beispiel der Shih-Tzu.

Kurzhaarrassen gehören zur vierten Kategorie. Sie sind sehr pflegeleicht, haaren aber dennoch gerne. Gegen das Haaren hilft kaum eine Bürste, da diese nicht richtig greift. Sinnvoll ist bei kurzhaarigen Rassen ein Massagestriegel. Wenn der Hund dann noch gebadet und geföhnt wird, fliegen alle losen Haare weg. Zu den Kurzhaarrassen gehört zum Beispiel der Mops.

Darf ein Hund gebadet werden?

Er darf. Allerdings nur mit einem speziellen Hundeshampoo, da unsere Hunde einen anderen pH-Wert als wir Menschen haben. Der pH-Wert der menschlichen Haut liegt in der Regel bei 5,5 – bei Hunden zwischen 6,0 und 8,6, je nach Rasse und Individuum. Wie oft soll ein Hund gebadet werden? Zum einen immer dann, wenn es dringend notwendig ist. Dies ist der Fall, wenn der Vierbeiner sich beispielsweise in etwas Stinkigem gewälzt hat oder extrem schmutzig ist. Und zum anderen, wenn Sie beim Streicheln Ihres Hundes talgige Finger bekommen. Spätestens dann hat Bello ein Bad nötig. In der Regel sollten Hunde etwa alle drei Monate gebadet werden. Wöchentliches Baden ist, ausser in medizinischen Fällen, nicht angezeigt. Ist Ihr Vierbeiner nach einer Gassirunde im Schmuddelwetter nur an den Pfoten und/oder am Bauch schmutzig, reicht in der Regel eine «Unterbodenwäsche » mit einem nassen Waschlappen oder kurzes Abbrausen des Bauches und der Pfoten mit klarem Wasser.

Auch Ohren und Krallen brauchen Pflege

Nebst der Pflege des Fells richten Sie Ihr Augenmerk bitte auch auf die Krallen und Ohren Ihres Hundes. Die Ohren sollten sauber und geruchlos sein. Starker Geruch sowie starke Verschmutzungen und Ohrenschmalz deuten auf eine Entzündung, Milbenbefall oder Ähnliches hin. In diesem Fall sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Bei wenig Ohrschmalz können Sie entweder feuchte Ohrenputztücher oder Ohrentropfen zur Reinigung benutzen. Bei manchen Rassen wachsen Haare in den Ohren, diese müssen regelmässig gezupft werden, vor allem, wenn sie zu Filzknoten werden.

Die richtige Krallenlänge ist wichtig. Die meisten Hunde laufen sich ihre Krallen ab, so dass Sie nie selbst die Krallen schneiden müssen. Da die Wolfs- und Daumenkralle allerdings nicht den Boden berühren, muss hier oftmals «nachgeholfen » werden. Die meisten benutzen hierzu eine spe zielle Krallenzange für Hunde. Wichtig ist, dass die Krallenzange scharf ist und der Nagel sauber und schnell abgeschnitten und nicht gequetscht wird. In den Krallen der Hunde verläuft eine Blutader, welche man nicht treffen sollte. Gehen Sie daher immer sehr vorsichtig zur Sache. Gerade bei schwarzen Krallen kann man die Blutader nicht erkennen. Erwischen Sie dennoch einmal die Blutader, sollte die Blutung innerhalb weniger Minuten von alleine aufhören. Ansonsten muss die Kralle so rasch als möglich von einem Tierarzt verödet werden. Die richtige Krallenlänge erkennen Sie daran, dass die Krallen nicht oder nur minimal den Boden berühren. Niemals sollten sie so lange sein, dass sie sich nach oben biegen oder zu kringeln beginnen. Permanent ungestutzte Krallen können mit der Zeit zu Fehlhaltungen und damit zu gesundheitlichen Schäden führen.

Quelle: weltdertiere.ch
Melanie Wundersee ist freischaffende Redaktorin, Hundeverhaltenstherapeutin und -physiotherapeutin sowie Groomerin.